Scheidentrockenheit und Wechseljahre – (k)ein Tabu-Thema

Scheidentrockenheit ist ein Thema, über das nicht gerne offen gesprochen wird. Dabei ist sie insbesondere während der Wechseljahre eine der typischsten Begleiterscheinungen und absolut nichts, weshalb man sich schämen sollte. Wenn es aufgrund des Feuchtigkeitsmangels juckt, brennt und beim Geschlechtsverkehr schmerzt, kann das sehr unangenehm und belastend sein. Glücklicherweise gibt es viele Mittel und Wege, die dabei helfen können, Scheidentrockenheit in den Wechseljahren effektiv zu lindern.

In diesem Beitrag erfährst du unter anderem, wodurch es in den Wechseljahren zu einer trockenen Scheide kommt, welche Ursachen es noch geben kann und wie du den Feuchtigkeitsmangel erfolgreich ausgleichen kannst.

Scheidentrockenheit in den Wechseljahren – du bist nicht allein damit!

Etwa jede fünfte Frau kennt das Phänomen Scheidentrockenheit und die damit verbundenen unangenehmen Begleiterscheinungen. Ab dem 45. Lebensjahr macht sogar nahezu jede zweite Frau Bekanntschaft damit. Insbesondere in den Wechseljahren ist eine trockene Scheide neben häufigen Begleiterscheinungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Blasenproblemen nichts Ungewöhnliches. Offen über das Problem zu sprechen, fällt vielen Frauen allerdings schwer. Dabei ist Scheidentrockenheit eine ganz natürliche Reaktion des Körpers auf bestimmte innere und äußere Veränderungen beziehungsweise Einflüsse und nichts, wofür man sich schämen sollte.

Wodurch kommt es in den Wechseljahren zu einer trockenen Scheide?

Scheidentrockenheit in den Wechseljahren (und auch außerhalb dieser) geht vor allem mit zwei Symptomen einher: Brennen und Jucken. Zudem fühlt sich für einige Frauen auch der Geschlechtsverkehr unangenehm oder gar schmerzhaft an. Verursacht werden diese Beschwerden durch einen Feuchtigkeitsmangel in der Scheide.

Wie du dir vielleicht schon denken kannst, sind in den Wechseljahren wieder einmal die Hormone Schuld, wenn es der Vaginalhaut an Feuchtigkeit fehlt. Denn aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels bildet sich die Scheidenschleimhaut zurück. Die Scheidenhaut wird weniger durchblutet und dünner, büßt an Geschmeidigkeit ein und bildet immer weniger Scheidensekret. Die Folge: Scheidentrockenheit und eine höhere Empfindlichkeit gegen Reibung.

Trockene Scheide – weitere Ursachen

Starke hormonelle Veränderungen, wie sie nicht nur in den Wechseljahren, sondern beispielsweise auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit stattfinden, sind häufig der Auslöser für trockene Scheidenhaut. Daneben gibt es allerdings auch einige andere Faktoren, die den Feuchtigkeitshaushalt der Vagina ungünstig beeinflussen können, wie zum Beispiel:

  • die Einnahme der Pille (insbesondere der Mikropille)
  • psychischer und körperlicher Stress
  • schlecht eingestellter Bluthochdruck oder Diabetes
  • falsche Intimhygiene, wie zu häufiges Waschen oder das Benutzen von Intimsprays und alkalischen Seifen
  • zu häufiges Wechseln von Tampons

Trockene Vaginalschleimhaut – weniger Schutz vor Infektionen

Endlich das lästige Jucken und Brennen loswerden und wieder mehr Freude an der schönsten Nebensache der Welt haben – wenn das keine guten Gründe sind, der Scheidentrockenheit während der Wechseljahre den Kampf anzusagen. Hinzu kommt, dass eine trockene Vaginalhaut anfälliger für Infektionen ist. Denn durch das Fehlen des feuchten Vaginalsekrets, das durch Milchsäurebakterien normalerweise leicht sauer wird, kann unter Umständen auch die natürliche Schutzbarriere des Körpers gegen Krankheitserreger verlorengehen. Die Folge: Vaginale Infektionen können schneller entstehen. Hinzu kommt, dass die Harnröhrenöffnung infolge des Östrogenmangels näher an den Scheideneingang rückt, was wiederum Beschwerden wie Infektionen der Blase und Inkontinenz begünstigen kann.

Unser Tipp: Du hast im Verlauf deiner Wechseljahre bereits Bekanntschaft mit Blasenschwäche machen müssen? Die Produkte von TENA geben dir die Sicherheit, die im Alltag so wichtig ist – Slipeinlagen von TENA bei leichtem Tröpfchenverlust und Einlagen von TENA, denen selbst eine starke Blasenschwäche nichts anhaben kann.

Scheidentrockenheit und Wechseljahre: Was hilft?

In der Apotheke bekommst du allerlei frei verkäufliche hormonfreie Mittel, die gegen Scheidentrockenheit während der Wechseljahre helfen können. Du hast die Wahl zwischen Gels, Cremes oder Zäpfchen. All diese Produkte wirken feuchtigkeitsspendend, regulieren den pH-Wert der Scheide und unterstützen ein für Milchsäurebakterien günstiges Scheidenmilieu. Vaginalgele ohne Öl und Fette können bei Bedarf übrigens auch wunderbar als Gleitmittel beim Geschlechtsverkehr verwendet werden. Was bei Scheidentrockenheit in den Wechseljahren noch helfen kann:

  • Östrogenhaltige Präparate: Sie sind in Form von beispielsweise Zäpfchen, Cremes oder speziellen Vaginalringen erhältlich und haben sich zur Behandlung vaginaler Trockenheit bei sinkendem Östrogenspiegel bewährt. Sie wirken über die Vaginalhaut, was eine geringe systematische Aufnahme von Östrogen ermöglicht. Hormonhaltige Präparate, die zum Teil auch ohne Rezept in der Apotheke verfügbar sind, solltest du dennoch immer nur in Absprache mit deinem Arzt beziehungsweise deiner Ärztin anwenden.
  • Entspannung: Wenn die Scheidentrockenheit auf Stress zurückzuführen ist, hilft nichts besser als ausgiebige Entspannung. Wie wäre es beispielsweise mit autogenem Training, regelmäßigen Spaziergängen mit deiner Lieblingsmusik im Ohr oder entspannenden Tees als Abendroutine? Was auch immer dir dabei hilft, den Stress hinter dir zu lassen und deinem Körper eine Ruhepause zu gönnen, ist empfehlenswert.
  • Binden statt Tampons: Tampons sind dafür bekannt, Flüssigkeit gut aufzunehmen. Leider gilt das auch für die Scheidenschleimhaut; sie entziehen Flüssigkeit, wo ohnehin schon zu wenig vorhanden ist. Solange du noch unter Scheidentrockenheit leidest, könnte es deshalb besser sein, Binden statt Tampons zu benutzen.
  • Viel Bewegung: Ob Joggen, Treppensteigen, Radfahren oder Spazierengehen – wer sich viel bewegt, regt die Durchblutung im Körper an, nicht zuletzt die der Scheidenschleimhaut. Durch viel Bewegung wird die Regeneration unterstützt und die Beschwerden, die mit einer trockenen Vagina einhergehen, werden langfristig gelindert.
  • Nichts als Naturfasern: Unterwäsche aus Naturfasern lassen im Vergleich zu künstlichem Gewebe die Haut viel besser atmen und verhindern dadurch, dass sich ein zu warmes Klima für die Vagina entwickelt.

Zusammenfassung: Gib Scheidentrockenheit in den Wechseljahren keine Chance

Sehr viele Frauen leiden in ihren Wechseljahren an Scheidentrockenheit, die sich durch Brennen, Jucken und nicht selten Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bemerkbar macht. Der Grund dafür ist häufig der sinkende Östrogenspiegel, der die Rückbildung der Scheidenschleimhaut begünstigt. Aber auch andere Faktoren wie Stress, falsche Intimhygiene oder bestimmte Erkrankungen können in den Wechseljahren für eine trockene Scheide verantwortlich sein. Um den Feuchtigkeitsmangel auszugleichen, stehen dir zahlreiche Mittel zur Verfügung, wie spezielle hormonfreie und hormonhaltige Präparate. Aber auch kleine Veränderungen in deinem Alltag, beispielsweise viel Bewegung, der Verzicht auf bestimmte Hygieneartikel und Stressabbau, können bei der Problemlösung unterstützend wirken.

Hab keine Scheu, dich mit diesem Problem an deine Gynäkologin beziehungsweise deinen Gynäkologen zu wenden. Schließlich ist Scheidentrockenheit nichts, wofür du dich schämen müsstest!