Prostata-Untersuchung: Das erwartet dich beim Urologen

Die Prostata ist ein sehr empfindliches Organ und neigt zu Veränderungen und Erkrankungen. Daher ist es wichtig, dass Männer ab einem gewissen Alter regelmäßig zur Kontrolle gehen und eine Prostata-Untersuchung durchführen lassen. Die Sorge vor dieser Untersuchung ist vollkommen unbegründet, denn sie geht schnell, ist schmerzfrei und hat einen hohen medizinischen Nutzen.

In diesem Beitrag erfährst du unter anderem:

  • wie die Prostata-Untersuchung abläuft und welche Methoden es dafür gibt
  • was die Vor- und Nachteile der Früherkennung sind, insbesondere des PSA-Tests
  • warum die Prostata-Vorsorge so wichtig ist
  • ab welchem Alter die Prostata-Kontrolle empfohlen wird

Die Prostata-Untersuchung dient der Früherkennung von Krebs

Die Prostata liegt im Becken unterhalb der Harnblase und produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Sie umschließt den oberen Teil der Harnröhre und liegt direkt hinter dem Enddarm. In jungen Jahren hat die Prostata etwa die Größe einer Walnuss, sie wächst allerdings im Laufe des Lebens an. Das ist auch der Grund, weshalb Männer im Alter Probleme beim Wasserlassen haben. Obwohl die meisten Veränderungen wie eine Prostatavergrößerung nicht bösartig sind, erkranken mehr als 60.000 Männer jährlich in Deutschland an Prostatakrebs. Es ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann.

Früherkennungsmaßnahmen sind insbesondere für ältere Menschen sinnvoll, denn im höheren Alter steigt das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Männer mit familiären Vorerkrankungen sollten ab 40 Jahren regelmäßig eine Prostata-Untersuchung durchführen lassen. Die allgemeine Empfehlung liegt ohne erbliche Vorbelastung bei 45 Jahren. Ab diesem Alter übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Untersuchung. Der sogenannte PSA-Test dient ebenfalls zur Früherkennung, muss jedoch selbst bezahlt werden.

Die Prostata-Untersuchung ist Routine und schnell vorbei. Ab einem gewissen Alter sollten Männer daher die Möglichkeit der Früherkennung wahrnehmen, denn je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Nicht selten treten erst dann Beschwerden auf, wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist.

Die Prostata-Untersuchung besteht aus zwei Teilen: der Tastuntersuchung und dem PSA-Test

Vor jeder rektalen Prostata-Kontrolle führt der Arzt mit dem Patienten ein aufklärendes Gespräch. Hierbei werden Fragen beantwortet und Unklarheiten aus der Welt geschafft, mögliche Vorerkrankungen und familiäre Vorbelastungen dokumentiert und der Ablauf der Prostata-Untersuchung erklärt. Nun führt der Arzt seinen Zeigefinger in den After des Patienten ein, um die Prostata auf Veränderungen, Beschaffenheit, Größe und Knötchen abzutasten. Der Mann liegt dabei seitlich auf einer Liege und sollte sich entspannen, während der Arzt die Prostata abtastet.

Viele Männer scheuen diesen Eingriff und lassen die Prostata-Untersuchung deswegen nicht durchführen. Dabei geht die Tastuntersuchung schnell, sie ist für den behandelnden Arzt Routine und sollte niemals der Grund dafür sein, diese Früherkennungsmaßnahme nicht in Anspruch zu nehmen.

Sollte es zu Auffälligkeiten kommen, wird eine Ultraschalluntersuchung angeordnet, um Veränderungen besser beurteilen zu können. Bei Verdacht auf Prostatakrebs wird eine Biopsie durchgeführt, bei der Gewebe entnommen und im Labor untersucht wird.

Der PSA-Test kann überdies auf Veränderungen der Prostata hindeuten. Anhand einer Blutuntersuchung wird das prostataspezifische Antigen ermittelt, das in der Vorsteherdrüse gebildet wird. Für eine hohe Konzentration kann Krebs die Ursache sein.

Der PSA-Test: Prostata-Kontrolle mit Vor- und Nachteilen

Der PSA-Test: Prostata-Kontrolle mit Vor- und Nachteilen

Der PSA-Test auf das prostataspezifische Antigen dient zur Früherkennung von Prostatakrebs und hat einige Vor- und Nachteile. Dieses Eiweiß wird in der Prostata gebildet und in die Samenflüssigkeit abgegeben, damit sich die Spermien besser bewegen können. Der PSA-Wert kann jedoch aufgrund unterschiedlicher Einflüsse schwanken und nicht selten zu Falschdiagnosen führen.

So kann der PSA-Wert beispielsweise erhöht sein:

  • bei gutartigen und altersbedingten Veränderungen der Prostata
  • bei einer Prostataentzündung
  • unmittelbar nach einem Samenerguss
  • bei einer Harnwegsentzündung
  • bei Verstopfung
  • bei ausgeübtem Druck, etwa beim Radfahren oder auch im Rahmen der rektalen Prostata-Untersuchung

Somit kann es vorkommen, dass Werte erhöht sind, weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, emotionaler Stress entsteht und der Patient in großer Sorge ist, ohne dass Prostatakrebs vorliegt. Ebenso kann eine Krebserkrankung entdeckt und behandelt werden, die nie lebensbedrohlich gewesen wäre, da Prostatakrebs äußerst langsam wächst. Auch sterben Männer an Prostatakrebs, deren PSA-Wert zuvor im Normbereich lag.

Dennoch hat der PSA-Test einen ganz entscheidenden Vorteil: Dank ihm kann Prostatakrebs frühzeitig entdeckt werden, und zwar noch bevor er Beschwerden verursacht. Durch eine frühe Diagnose und Behandlung steigen die Heilungschancen, das Risiko für Metastasen wiederum sinkt. Ein PSA-Test kann also im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten, indem er Auskunft über eine mögliche Veränderung der Prostata gibt und Krebs entdeckt wird, obwohl alle anderen Untersuchungen unauffällig waren. Eine sichere Diagnose liefert eine anschließende Biopsie.

Vor einer Prostata-Untersuchung solltest du unbedingt alle Einzelheiten mit deinem Arzt besprechen. Er wird den allgemeinen Gesundheitszustand bewerten und detailliert über die Vor- und Nachteile des PSA-Tests informieren.

Ab wann du eine Prostata-Untersuchung durchführen lassen solltest

Generell solltest du ohne familiäre Vorbelastung die Möglichkeiten der Prostata-Kontrolle ab dem 45. Lebensjahr wahrnehmen. Die Kosten für das Abtasten der Prostata werden von der Krankenkasse übernommen, und bei Auffälligkeiten natürlich auch alle weiteren Folgeuntersuchungen. Der PSA-Test wird bisher nicht von der Kasse übernommen und die Kosten belaufen sich auf ca. 25 Euro – sehr gut investiertes Geld, wenn man bedenkt, dass eine Früherkennung kann zu einer schnellen Behandlung führen.

Generell solltest du immer zum Arzt gehen, wenn:

  • du Probleme beim Wasserlassen hast
  • der Harnstrahl immer unterbrochen oder trotz Harndrang nur sehr schwach ist
  • Erektionsprobleme vorliegen oder der Samenerguss schmerzt
  • du Blut im Urin oder der Samenflüssigkeit feststellst
  • du Schmerzen im unteren Rücken, in den Lenden oder im Bereich der Prostata verspürst

Welche Möglichkeiten der Prostata-Vorsorge gibt es?

Prostata-Vorsorge und -Früherkennung werden oft miteinander verwechselt. Während Früherkennungsmaßnahmen wie die Prostata-Untersuchung und der PSA-Test darauf abzielen, Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen, gilt die Prostata-Vorsorge medizinisch gesehen als Maßnahme, mit der man Krebs vorbeugen kann. Daher solltest du bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum, zu wenig Bewegung, Übergewicht und eine ungesunde Ernährung vermeiden. Diese schwächen insgesamt das Immunsystem und können eine Vielzahl an Krankheiten auslösen.

Sind dein Vater oder dein Großvater bereits an Prostatakrebs erkrankt oder hatten weibliche Familienmitglieder Brust- oder Eierstockkrebs, dann steigt das Risiko. Auch das männliche Hormon Testosteron kann an der Entstehung von Prostatakrebs beteiligt sein. Daher ist eine gezielte Prostata-Vorsorge ausschließlich eine Frage des Lebensstils. Wenn du dich gesund ernährst, dich viel bewegst, auf deine Gesundheit achtest und auf Alkohol, Nikotin und andere Drogen verzichtest, triffst du die beste Vorsorge gegen Krebs.

Zusammenfassung: Krebserkrankung dank Prostata-Untersuchung früh erkennen

Eine Prostata-Untersuchung hilft in erster Linie dabei, Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen und dadurch die Heilungschancen zu erhöhen. Ist in deiner Familie bereits jemand an Prostatakrebs erkrankt, solltest du dich bereits ab 40 Jahren regelmäßig untersuchen lassen. Liegt keine erbliche Vorbelastung vor, kannst du deine erste Prostata-Untersuchung auch erst mit 45 Jahren durchführen lassen. Um alle Fragen und Zweifel bezüglich einer Untersuchung aus dem Weg zu räumen, lass dich im Vorfeld unbedingt ausführlich von deinem Arzt informieren – insbesondere im Hinblick auf die Vor- und Nachteile eines PSA-Tests. Der Gedanke an eine Prostata-Untersuchung mag dir zunächst Unbehagen verursachen, doch vergiss nicht: Sie ist schnell überstanden und hilft im Zweifelsfall dabei, eine ernsthafte Krankheit frühzeitig zu erkennen und besser behandeln zu können.