Vorsorgeuntersuchungen für Männer

02.10.2025

Regelmäßig zum Check-up zu gehen, ist eine sehr gute Investition in die eigene Gesundheit. Denn je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser stehen die Heilungschancen. Hier erfährst du, welches die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen für Männer sind, woraus eine Vorsorgeuntersuchung besteht und wann du sie am besten machen lässt.

Warum sollten Männer zur Vorsorgeuntersuchung gehen?

Eine regelmäßige Untersuchung, bei der gezielt nach unbemerkten Veränderungen gesucht wird oder bestimmte Werte gemessen werden, kann helfen, ernste Krankheiten in einem frühen Stadium zu entdecken. Diese lassen sich dann meist gut behandeln und auch die allgemeineren gesundheitlichen Folgen lassen sich tendenziell klein halten. Nicht zuletzt steigt durch eine frühzeitige Entdeckung die Chance auf eine vollständige Genesung.
 
Es gibt für Männer also gute Gründe, nicht erst dann zur Vorsorge zu gehen, wenn Symptome auftreten, sondern regelmäßig. Das muss keineswegs viel Zeit in Anspruch nehmen. Für viele Check-Ups lautet die Empfehlung, lediglich eine Untersuchung pro Jahr durchführen zu lassen. Anders sieht es aus, wenn du Schmerzen oder andere Beschwerden hast. Die sollten nicht erst bei einer jährlichen Untersuchung, sondern zeitnah abgeklärt werden.
 
Generell kann man festhalten, dass sich die Vorsorgeuntersuchungen für Männer auf mögliche Krankheiten konzentrieren, die frühzeitig erkennbar und gut behandelbar sind. 

Männer vernachlässigen Vorsorgeuntersuchungen

Viele Männer nehmen Vorsorgeuntersuchungen nach wie vor nur zögerlich in Anspruch. In Österreich nutzen beispielsweise lediglich rund 650.000 der insgesamt 4,5 Millionen Männer entsprechende Vorsorgeangebote.1 Besonders gering ist die Teilnahme an der jährlich kostenlos angebotenen Gesundenuntersuchung: Nur etwa 350.000 Männer machen davon Gebrauch, obwohl sie eine wichtige Möglichkeit bietet, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.1
 
Zwar steigt die Zahl der Teilnehmer kontinuierlich an, dennoch liegt die Inanspruchnahme bei Männern weiterhin deutlich unter jener der Frauen. Im gleichen Zeitraum nahmen rund 760.000 Frauen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch.¹ Männer, die mit einer Frau in einer Partnerschaft leben, zeigen dabei eine etwas höhere Bereitschaft zur Vorsorge. Als möglicher Erklärungsansatz gilt, dass Frauen häufig die Rolle der „Gesundheitsmanagerin“ übernehmen und ihre Partner zu regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen motivieren.

Ab wann sollten Männer welche Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen?

In Österreich haben alle Menschen ab dem 18. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf einen kostenlosen Gesundheits-Check. Die sogenannte Gesundenuntersuchung wird von Hausärzten sowie ausgewählten Gesundheitszentren angeboten. Die Basisuntersuchung umfasst sowohl eine körperliche Untersuchung als auch verschiedene Labortests. Nach einem ausführlichen ärztlichen Gespräch erfolgen mehrere körperliche Untersuchungen, darunter Tastuntersuchungen, Beweglichkeitstests, die Puls-Kontrolle und das Abhören der Lunge. Zudem werden das Körpergewicht und der Body-Mass-Index (BMI) bestimmt, um mögliche Risiken durch Über- oder Untergewicht zu erkennen. Durch Blut- und Harnuntersuchungen können wichtige Gesundheitswerte, beispielsweise Blutzucker- und Cholesterinwerte, überprüft werden. Auffällige Ergebnisse können Hinweise auf Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein erhöhtes Schlaganfallrisiko geben.
 
Darüber hinaus werden Männern weitere Vorsorgeuntersuchungen empfohlen, die sich auf gesundheitliche Risiken konzentrieren, die früh erkannt und in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden können. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Erkrankung festgestellt und eine geeignete Behandlung eingeleitet wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung oder darauf, langfristig gut mit der Erkrankung zu leben.

Bei Vorsorgeuntersuchungen für Männer ab 45 Jahren rückt zunehmend die Gesundheit der Prostata in den Fokus. Besteht eine familiäre Vorbelastung, etwa wenn der Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt ist, sollte dies unbedingt beim Arzt angesprochen werden. Nach individueller Beratung kann es sinnvoll sein, bereits früher mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu beginnen.

Zu den altersunabhängigen Vorsorgeuntersuchungen, die Männer regelmäßig machen sollten, gehören:
  • Zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen

  • Herz-Kreislauf-Untersuchungen, beispielsweise mithilfe eines Belastungs-EKGs

  • Blutuntersuchungen zur Kontrolle wichtiger Gesundheitswerte

  • Untersuchung einer Urinprobe

  • Regelmäßige Augenuntersuchungen

  • Überprüfung und gegebenenfalls Auffrischung des Impfschutzes

Die genannten Altersangaben dienen lediglich als Orientierung und stellen keine festen Vorgaben dar. Da jeder Mann individuelle gesundheitliche Voraussetzungen mitbringt, können je nach persönlichem Risiko oder familiärer Vorbelastung bestimmte Untersuchungen bereits in jüngeren Jahren sinnvoll sein. Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, die passenden Vorsorgemaßnahmen mit dem Arzt zu besprechen.

Zu den altersunabhängigen Voruntersuchungen, die Männer regelmäßig machen sollten, gehören:
  • Zahnvorsorge

  • Herz-Kreislauf-Check, beispielsweise durch ein Belastungs-EKG

  • Hautkrebs-Screening

  • Blutbild

  • Kontrolle einer Urinprobe

  • Augenuntersuchungen

  • Auffrischung des Impfschutzes

Vorsorgeuntersuchungen für Männer: Was wird gemacht?

Der genaue Ablauf einer Vorsorgeuntersuchung richtet sich immer danach, welche gesundheitlichen Bereiche überprüft werden. Während Hautärzte beispielsweise andere Untersuchungsmethoden anwenden als Urologen, werden die einzelnen Schritte in jedem Fall im Vorfeld ausführlich erklärt und gemeinsam besprochen.

Bei einer allgemeinen Männer-Vorsorgeuntersuchung in der hausärztlichen Praxis gehören häufig folgende Bestandteile dazu:

  • ein ausführliches Beratungsgespräch
  • eine Anamnese zur Erfassung von Vorerkrankungen, aktuellen Beschwerden sowie familiären Gesundheitsrisiken
  • eine körperliche Untersuchung des gesamten Körpers inklusive Blutdruckmessung
  • die Abgabe einer Urin- und Blutprobe zur Kontrolle wichtiger Werte

Es ist sinnvoll, während der Untersuchung offen über Unsicherheiten, Beschwerden oder persönliche Fragen zu sprechen. Je besser du über deinen Gesundheitszustand informiert bist, desto gezielter kannst du Maßnahmen ergreifen, um deine Gesundheit langfristig zu erhalten. Auch ein mulmiges Gefühl vor einer bislang unbekannten Untersuchung ist völlig normal und kann jederzeit angesprochen werden.

Gerade die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen, beispielsweise zur Kontrolle der , sorgt bei vielen Männern im Vorfeld für Fragen oder Bedenken. Deshalb haben wir in unserem Ratgeber zur Prostata-Untersuchung alles Wissenswerte zusammengetragen. Grundsätzlich gilt: Es ist immer hilfreich, sich vorab über den Ablauf zu informieren und offene Punkte direkt mit deinem Arzt zu besprechen.

Männer sind Vorsorgemuffel

Das Ziel von Vorsorgeuntersuchungen ist es, Krankheiten möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie ernsthafte Folgen haben. Viele Männer nehmen ärztliche Untersuchungen jedoch erst dann wahr, wenn bereits Beschwerden auftreten. In solchen Fällen kann es schwieriger sein, eine Erkrankung frühzeitig zu behandeln oder ihr Fortschreiten zu verhindern.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass zahlreiche Erkrankungen, die Männer betreffen, in frühen Stadien kaum oder gar keine Beschwerden verursachen. Ein bekanntes Beispiel ist Prostatakrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Oft wird sie erst bemerkt, wenn der Tumor bereits größer geworden ist und durch Druck auf umliegende Organe Beschwerden verursacht. Zu diesem Zeitpunkt kann die Behandlung komplexer und belastender sein als bei einer frühzeitigen Erkennung.

Da viele Männer Vorsorgemuffel sind und Vorsorgeangebote häufig seltener wahrnehmen als Frauen, wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Initiativen ins Leben gerufen, die das Bewusstsein für Männergesundheit stärken und dazu motivieren sollen, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.⁠

Vorsorgeuntersuchungen im Namen des Schnurrbarts: Wofür steht der Movember?

Eine der bekanntesten weltweiten Initiativen zur Förderung der Männergesundheit ist „Movember“, die ursprünglich in Australien ins Leben gerufen wurde. Der Name setzt sich aus den englischen Begriffen „Moustache“ (Schnurrbart) und „November“ zusammen.
 
Im Rahmen der Aktion lassen sich Teilnehmende ab dem 1. November einen Schnurrbart wachsen. Der auffällige Gesichtsschmuck dient als Gesprächsanlass: Wer darauf angesprochen wird, macht auf die Movember-Stiftung und deren Spendenkampagnen aufmerksam. Die gesammelten Gelder fließen unter anderem in:
 
  • Aufklärung und Sensibilisierung rund um Männergesundheit
  • Forschung zu Prostata- und Hodenkrebs
  • Unterstützungsangebote für Männer mit psychischen Belastungen und Depressionen
 
Im Mittelpunkt stehen Erkrankungen und gesundheitliche Herausforderungen, von denen Männer häufig betroffen sind, die jedoch oft erst spät erkannt werden.
 
Um die eigene Gesundheit zu schützen, sollte man jedoch nicht bis November warten. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und eine frühzeitige medizinische Abklärung von Beschwerden sind wichtige Schritte, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und bestmöglich zu behandeln.

Quellen

1. Auswertungen des Dachverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, Statistik Austria, Statistik des Bevölkerungsstandes. 2024.
2. Movember Foundation e.V. (https://de.movember.com